Vike Pedersen 2017

02.09. – 02.11.2017

Schwetzinger Straße 91
D-68165 Mannheim
Mobil:
+49 (0) 177 400 6 222
Öffnungszeiten:
Dienstag-Freitag: 15-19 Uhr, Samstags: 11-15 Uhr sowie nach Vereinbarung



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Meine sehr geehrten Damen und Herren,

Vike Pedersen ist ein Künstler aus Dänemark und wie jede Kunst trägt auch die, die wir heute hier in der Mannheimer Galerie Böhner sehen etwas von der spezifischen Atmosphäre des Landes in sich, in dem sie entstanden ist. Bei der dänischen Kunst sind es die kräftigen leuchtenden Farben, wie wir sie auch in den Werken von Asger Jorn finden, dem wohl bekanntesten Künstler aus Dänemark im 20. Jahrhundert. Diese hellen, leuchtenden Farben sind wohl als ein Gegengewicht zu verstehen zu den dunklen, langen Wintermonaten in Skandinavien. Farben, wie sie nicht nur in den Bildern wiederzufinden sind, sondern in den leuchtenden Anstrichen der Häuser und in vielen kräftigen, farbigen Accessoires. Wer einmal einen Frühling auf Seeland erlebt hat, der weiß, mit wie viel Enthusiasmus die Natur die wiederkehrende Sonne begrüßt.

Die Bilder von Vike Pedersen, die Sie heute hier sehen sind eine Synthese aus der Serigraphie und der Malerei. Mit der Serigraphie arbeitet der Künstler schon seit mehr als 40 Jahre und hat auf diesem Gebiet sehr viele Erfahrungen gesammelt. Als künstlerisches Medium ist die Serigraphie in den 60er Jahren populär geworden. Genau genommen hat Andy Warhol sie populär gemacht, weil sie sich hervorragend eignet, um Fotografien zu reproduzieren. Vorbild für diese Art der Reproduktion waren die Plakate, die zuerst mit dieser Technik, die aus Deutsch mit Siebdruck übersetzt werden kann, gedruckt wurden. Die Siebdrucke dieser Art hatten ein sehr einfaches, technisches Aussehen, das nicht ohne Reiz ist. Um einen solchen einfachen Siebdruck zu erzeugen genügen oft nur zwei oder drei Druckvorgänge. Dabei entstehen sehr flächige Strukturen, wie sie von den frühen Popplakaten her bekannt sind.

Obwohl sich Vike Pedersen durch seine Farbe und seine Formensprache als ein Kind seiner Zeit erweist, nutzt er den Siebdruck nicht als Reproduktionstechnik. In dieser Ausstellung hier finden Sie keine Multiples, sondern nur Unikate. Was den Künstler am Siebdruck interessiert, ist in erster Linie die ästhetische Wirkung, die sich von der der freien Malerei unterscheidet.

In den 40 Jahren seiner künstlerischen Suche hat er viel experimentiert und diese Technik auf collageartige Art und Weise weiterentwickelt. Das können Sie anhand der hier ausgestellten Werke sehr gut beobachten.

Diese Tiefe entsteht durch eine Reihe übereinander gedruckter Platten mit sorgfältig aufeinander abgestimmten Farbtönen. Nur so lässt sich diese faszinierende malerische Leuchtkraft erreichen, der wir hier begegnen.

Bei solchen sehr langwierigen Druckprozessen werden die einzelnen Farbschichten mit feinmaschigen Seidennetzen übereinander gedruckt. Zuvor wird jedes einzelne Netz entsprechend bearbeitet und mit einer feinen Lackschicht überdeckt, sodass die Druckfarbe nur an den bearbeiteten Stellen auf die vorher farbig grundierte Leinwand übertragen werden kann.

Jede einzelne dieser Druckformen ist somit ein Baustein, der mit den anderen zusammen ein vielschichtiges Ganzes ergibt. Dieses Ganze besteht aus unterschiedlichen Elementen wie Schrift, Zeichen, Zahlen abstrakten Flächen oder auch Zeichnungen, die miteinander zu einem lockeren Konglomerat verwoben sind. Dabei fällt auf, das Pedersen im Gegensatz zu den frühen Serigraphien der Popart vor allem auf Tiefenwirkung aus ist. Er lässt zwischen den verschiedenen Schichten Raum entstehen, so dass die Kompositionen transparent und vielschichtig erscheinen. Das Betrachterauge taucht in ein geheimnisvolles Labyrinth ein.

Besonders spannungsreich sind die Themen, die sich Vike Pedersen sucht, um seine künstlerischen Absichten umzusetzen, denn zum größten Teil sind dies Reisebilder aus dynamisch erscheinenden Weltmetropolen oder versonnen wirkenden Universitätsstädten wie Oxford, wohin wir den Künstler begleiten können, indem wir unsere Augen öffnen und seine Bilder betrachten.

Dabei fällt auf, dass er ganz bewusst das Raum Zeit Kontinuum der klassischen Malerei außer Kraft setzt und unterschiedliche Eindrücke mischt. Die Bilder erscheinen wie das wahre Leben aus Augenblickseindrücken, aus Zahlenfolgen oder Schrifttypen zusammengesetzt, die sich in unserem Unterbewusstsein gespeichert haben und sich mit den entsprechenden Farb- und räumlichen Eindrücken verbinden, ohne dass sich daraus eine einheitliche Vorstellung ergibt. Wie die moderne Welt in der Realität, ist auch das künstlerische Werk eine Zusammenfassung der unterschiedlichsten Fragmente, die subjektiv wahrgenommen und verarbeitet werden.

Bewusst setzt er mit seinen skizzenhaft angelegten Figuren, die bisweilen an die badenden von Cezanne erinnern, einen weiteren malerischen Akzent, der Fragen aufwirft, wie die, ob hier ganz bewusst mit der strengen Formensprache der Graphik gebrochen wird, um der Malerei ihre Freiheit zurückzugeben, die ihr im Zeitalter der technischen Reproduzierbarkeit der Kunstwerke abhandengekommen zu sein scheint?

Als Gegenpol zu diesen vielschichtigen Arbeiten von Vike Pedersen erscheinen hier die klar strukturieren Metallplastiken von Carl Möller, der seine Werke aus geometrischen Grundformen heraus entwickelt. Dabei entstehen ebenfalls Freiräume, die er als bewusste Wechselbeziehung zu der äußeren Hülle ausgestaltet und so einen spannenden Kontrast zwischen Innen und außen konstruiert.

Text: Dr. Helmut Orpel





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• 13. August 2017

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