Bodo Hirsch 2017

11.02. – 08.04.2017

Schwetzinger Straße 91
D-68165 Mannheim
Mobil:
+49 (0) 177 400 6 222
Öffnungszeiten:
Dienstag-Freitag: 15-19 Uhr, Samstags: 11-15 Uhr sowie nach Vereinbarung

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Meine sehr geehrten Damen & Herren,

ich darf Sie recht herzlich begrüßen zur Eröffnung der Ausstellung hier in der Galerie Böhner in der Schwetzinger Strasse 91 in Mannheim mit Arbeiten des hiesigen Künstlers Bodo Hirsch. Bodo Hirsch wurde 1962 in Heidelberg geboren. Er lebt heute als bildender Künstler in Edingen-Neckhausen mit eigenem Atelier, wo er sozusagen eigens entwickelte Malkurse gibt, ganz spezifische Seminare, die seinem individuellen Malstil und –anspruch entsprechen. Anfangs bildete sich Bodo Hirsch bei namhaften regionalen Künstlern weiter, bevor er seine kreative Tätigkeit mit eigenen Ausstellungen und Ausstellungsbeteiligungen vorantrieb. Hier in der Galerie Böhner war er bereits mit einer Ausstellungsbeteiligung im SIGNAL-IDUNA-Tower vor einigen Jahren vertreten und mit der Galerie Böhner auf den internationalen Kunstmessen START in Frankreich und BERLINER LISTE in der Bundeshauptstadt. Bodo Hirsch hat also auch schon einen großen Sprung über die Region hinaus gemacht.

Bodo Hirsch und die Prozesshaftigkeit des Malvorganges – unter dieses Motto würde ich die Ausstellung des Künstlers stellen. Wir haben es dabei mit kleineren und größeren Werken in Acryl auf Leinwand zu tun. Acryl wird von den Künstlern meist deshalb bevorzugt gewählt, weil die Farbe schneller trocknet und sich das Bild somit zügiger weiter bearbeiten lässt im Gegensatz zur Ölmalerei, wo zwischendurch immer ein längerer Trocknungszeitraum eingeplant werden muss, damit sich die Farben nicht zu sehr miteinander vermischen, so dass am Schluss ein ungewollter „Farbbrei“ entsteht. Die schnelle Trocknungszeit der Acrylfarbe bewirkt, dass das Bild am Ende nicht glänzt wie ein fetthaltiges Ölgemälde; wer dennoch nicht auf einen Hauch von Glanz verzichten möchte, der kann das Acrylgemälde vom Künstler noch mit einen Glanzfirnis versehen lassen, so dass es von der Optik her fast keinen Unterschied gibt zum Ölbild. Aber das nur nebenbei.

Wenn man durch die Ausstellung von Bodo Hirschs Arbeiten blickt, fällt vor allem seine Farbwahl auf. Der Künstler bevorzugt kräftige leuchtende Farben: Rot, Gelb, Grün, Blau, Orange, Rosa, Violett, er hat gewissermaßen einen Mut zur Farbe. Dieser Mut zur Farbe spiegelt seinen künstlerischen Ansatz wider. Hirsch ist ein Maler der Emotion, das Tun dabei entspringt seinem Inneren, die Fantasie nimmt ihren Lauf und ein Kunstwerk entsteht. Der Künstler steht hier nicht vor seiner Leinwand und überlegt, welches Thema bringe ich heute auf die Leinwand, sondern die Emotion führt des Künstlers Pinsel, die Verfassung des Künstlers beeinflusst die Wahl der Farbe. Ein Punkt ein Strich wird gesetzt und ein Strich ergibt den nächsten und das Bild wird quasi wie von Geisterhand vollendet. In diesem Sinne ist hier Kunst immer auch gleichzusetzen mit spielerischem Tun, mit einem Experiment, am Anfang steht noch nicht fest, wohin die Reise führt, wo das Experiment endet. Insofern hat diese Malerei auch etwas Trancehaftiges. Der eine oder andere von Ihnen erinnert sich vielleicht noch an unsere japanische Künstlerin Atsuko Horiuchi, mit der wir unsere Galeriebegründung in Heidelberg begonnen haben, und die einen ähnlichen ästhetischen Ansatz hatte, jedoch mit einem anderen künstlerischen Ausdruck. Wenn wir uns einen der ganz großen Künstler aus der Kunstgeschickte heraussuchen wollen, kommen wir zum Beispiel schnell auf Jackson Pollock, der mit seiner weltbekannten DrippingArt ähnlich gearbeitet hat. Ein gänzlich anderer Ansatz als beispielweise die konkrete Kunst, bei der die Ratio überwiegt und die einen systematischen durchkonstruierten Ansatz verfolgt, bei der jeder Strich, jeder Punkt, jede Farbe eine Bedeutung hat und in das Bild nichts Unüberlegtes hineinfließt.

Wenngleich also die Gemälde von Bodo Hirsch seinem Innersten entspringen, sind diese doch nicht einfach Zufallsprodukte, denn natürlich muss der Künstler bei aller Emotionalität auch die Perspektive des Bildes im Blick haben. Natürlich korrigiert Bodo Hirsch auch nachträglich das eine oder andere Bild mit Über- oder Untermalungen mit dem Einsatz von collageartigen Materialien oder formt in diesen Phasen ganze Bildpartien um, so dass eine Tiefe entsteht und die Bildaussage intensiviert wird: so einfach ist es also bei der spontanen Malerei auch nicht, dass nur Strich an Strich gesetzt wird und fertig ist das Bild. Das Werk ist erst dann vollendet, wenn der Künstler mit der Nachschau zufrieden ist, erst dann wird der Punkt gesetzt.

Was an dem bildnerischen Werk von Bodo Hirsch auch auffällt ist, dass seine Werke nahezu alle den Rahmen sprengen, das heißt, es gibt keine Begrenzung, das Bild strebt eigentlich immer über den Rahmen hinaus in den Raum hinein. Dieses kann auch sinnbildlich gedeutet werden: Fantasie kennt keine Grenzen; der Künstler möchte mit seiner Arbeit die Grenzen sprengen; er möchte die tradierten Sehweisen von uns Betrachtern auflösen und uns einladen zur freien Assoziation, uns auffordern unserer Fantasie freien Lauf zu lassen.

Auch wenn Bodo Hirschs Bilderwelt i.d.R. nichts Konkretes abbildet (die Titel mögen ein „Kann-Hinweis“ sein..nicht ein „Muss-Hinweis“), sondern ganz eigenständige Akzente setzt, die ihren Sinn durch die Ausdruckkraft der Farbe und das freie Spiel der Formen eher emotional als über den Verstand erfahrbar wird, so muss man sich dennoch mit ihr auseinandersetzen, so dass sie sich uns durch das Erleben und Erfahren erschließt.

Die Ausstellung mit Bildern von Bodo Hirsch wird abgerundet durch die Skulpturen der japanischen Künstlerin Yuko Akiya. Die Arbeiten harmonieren wunderbar miteinander.

Im Übrigen liegt zur Ausstellung ein Katalog von beiden Künstlern vor.

Text: Dr. Claus-Peter Böhner-Fery

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• 9. Februar 2017

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